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| Badische
Zeitung - Mittwoch, den 13. November 2002 ÜBERREICH
AN WITZ UND IRONIE STAUFEN (ee). Mit einer bemerkenswerten Leistung meldete sich die Theater AG des Faust-Gymnasiums zurück. In neuer Zusammensetzung und unter neuer Leitung führte sie Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" auf und bewies, dass sie das Zeug dazu hat, die einige Jahre brachliegende Tradition des Gymnasiums erfolgreich fortzusetzen. Statt beim Neuanfang auf Nummer sicher zu gehen, setzte die Leiterin der AG Andrea Wiese mit hohem Anspruch an die schulische Theaterarbeit auf einen Klassiker der Weltliteratur. Nachdem sich vor einem Jahr Schüler und Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe in der neuen Arbeitsgemeinschaft zusammen gefunden hatten, konnten dann nach einer Testphase im Frühjahr dieses Jahres die Proben zu der Komödie beginnen. Proben bis in die Nacht hinein Richtig ernst wurde es aber erst nach den Sommerferien, zuletzt probten die Mitwirkenden jeden Tag, manchmal bis in die Nacht hinein. "Der Weg war steinig", gesteht Andrea Wiese, die seit 2001 am "Faust" Deutsch und Englisch unterrichtet. Die Anstrengungen waren nicht umsonst, das Resultat kann sich wahrlich sehen lassen. Bei der Premiere war nichts mehr zu spüren von den Mühen, die in einer ungewohnten Sprache verfassten Texte auswendig zu lernen. Während der zweistündigen Aufführung musste die Souffleuse nur ein einziges Mal aus der Klemme helfen. Das Bühnenbild des Zauberwaldes, durch den leichtfüßige Elfen tanzten, hatte die AG selbst hergestellt. Zudem erzeugten fantasievolle, zum Teil entliehene Kostüme und eine nicht minder fantasievolle Schminktechnik die nötige Illusion. Die verschiedenen Ebenen der Aula und die große Bühne mit passender Beleuchtung boten ideale Bedingungen, den "Sommernachtstraum" mit seinen verschiedenen Handlungssträngen so dar zu bieten, dass trotz aller Verwicklungen der Durchblick nicht verloren ging. So fanden auch die fünf Instrumentalisten, die die Handlung mit mittelalterlichen Tänzen und Gershwin-Melodien untermalten, außerhalb der Spielflächen Platz und das Spiel konnte beginnen, ohne dass zunächst der Vorhang aufging. Überreich an Witz und Ironie verknüpft das Stück auf virtuose Weise drei unterschiedliche Bereiche miteinander: Das Reich des Elfenkönigs Oberon, die Welt der Aristokratie und die der kleinen Handwerker. Herzog Theseus und seine Braut Hyppolyta treten auf, ferner der Edelmann Egeus, der seine Tochter Hermia zur Ehe mit Demetrius zwingen will, die aber Lysander liebt. Der verschmähte Demetrius wiederum sucht der schönen Helena zu entkommen, die ihn mit Liebesschwüren verfolgt. Vier Handwerker üben für die herzogliche Hochzeit das Stück "Die höchst jammervolle Komödie und der höchst grausame Tod von Pyramos und Thisbe" ein. Dazu treffen sie sich im Wald, wo Oberon mit seiner Frau Titania Ehezwistigkeiten austrägt. Um ihr eins auszuwischen, schickt er seinen Diener Puck nach einem Kraut, das jeden zum Erstbesten, der ihm begegnet, in rasender Liebe entbrennen lässt, und sei es auch ein Esel. Temporeiches Verwechslungsspiel Nun beginnt im Elfenreich ein temporeiches Verwechslungspiel, in dem sich die Paare in die falschen Partner verlieben. Auf der Bühne geht es hoch her. Natürlich gibt es schließlich ein Happyend und die Handwerker können endlich ihr Stück aufführen, das zu einem großen Lacherfolg wird, an dem Referendar Felix Schwörer in der Frauenrolle der Thisbe wesentlichen Anteil hat. Auch die sichtlich von Theaterleidenschaft erfüllten Schüler machen ihre Rollen glaubhaft wie zum Beispiel Eva Fuz als liebestolle Helena, Charlotte Hübsch als nervtötender Handwerker Zettel, Moritz von Hohenthal als würdiger Herzog oder Olivia von Pilgrim in ihrem Part als stillvergnügter Kobold Puck, der sich geschmeidig durch das von ihm angerichtete Durcheinander bewegt. Heftiger und anhaltender Applaus zum Schluss und der Dank der Mitwirkenden an Andrea Wiese für "1000 schlaflose Nächte und dafür, dass Sie an uns geglaubt haben." Weitere Vorstellungen: 15. und 16. November, jeweils um 19 Uhr.
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